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Bücher, die man gelesen haben muss – ‚Oktober‘

20 Dez

Bücher die man gelesen haben mussVor wenigen Tagen erst fertiggelesen, wir sind fast beim aktuellen Stand mit George Orwells ‚Farm der Tiere‘. Wieder so ein Werk, zu dem schon so viel gesagt wurde und es vielleicht viele, die das hier lesen, kennen (abgesehen von mir bis vor ein paar Wochen – hatte das nicht als Schullektüre, weil ich für die Kollegstufe Englisch abgewählt hab, und auch sonst nicht viel zum Inhalt gewusst, außer dass die meisten auftretenden Charaktere Tiere sind.) Deswegen zum Schluss noch etwas österreichische Politik.

Gleich zu Anfang: Ich finde den Roman sehr lesenswert. Gerade die Form der Fabel machen ihn zu etwas eher ungewöhnlichem, aber leicht verständlichem, und viele Analogien zur Geschichte der letzten Jahrhunderte drängen sich beim Lesen beabsichtigt, aber natürlich auf. Es geht gegen totalitäre Systeme, auch wenn sie zunächst den Eindruck machen, sozial zu sein und eine Besserung der Situation und Lebensqualität zu bringen, wie der Kommunismus. Als Tochter zweier Flüchtlinge eines sozialistischen Regimes ganz gut nachvollziehbar.

Bemerkenswert, wie sich die vom Menschen autonom gewordenen Tiere von einzelnen ‚Höherrangigen‘ mit höherer Bildung veräppeln lassen, indem die obersten Schweine (im wahrsten Sinne des Wortes) ihnen kaum mehr Informationen zukommen lassen, im Geheimen die Gesetze ändern und das kollektive Gedächtnis verändern. Und gruselig aktuell, wie schon ein bisschen von Orwells ‚1984‘.

Es unterstreicht wieder einmal, was auch vom Österreichischen Journalisten Club ÖJC, bei dem ich gerade über zwei Semester eine Lehrredaktion absolviere, gefordert wird: Medien und Journalisten müssen unabhängig sein und objektiv-verständlich berichten. Mal ganz abgesehen von notwendiger Transparenz in der Politik, in der nicht über die Köpfe der Bevölkerung hinweg entschieden wird. Schlechtes Beispiel dieser Tage ist auch Österreich, das im Zuge der ‚Regierungsneubildung‘ (ein Witz bei so viel Stillstand seit vielen Jahrzehnten durch Große Koalition) das Wissenschaftsministerium abgeschafft und inhaltlich in das Wirtschaftsministerium eingegliedert hat. Massive Proteste, vor allem von Seiten der Oppositionsparteien und der Universitäten (und Studierenden) des Landes, werden mit dem kleinen Finger weggeschnipst und ignoriert. Die Partei mit den meisten Stimmen (SPÖ, Sozialdemokraten) hat kaum eine der eigenen Forderungen und Ankündigungen ins Programm eingebracht, das folglich politisch eher mittig-rechts bis rechts angesiedelt ist. Ganz abgesehen davon, dass führende Politiker keine Konsequenzen bei Bestechlichkeit befürchten müssen, weil das offenbar ‚üblich‘ und ’nichts Großes‘ ist (während in Deutschland schon bei gesponserten Urlauben das Amt abgegeben werden muss).

Kleiner Themenumschwung, aber ich könnte so kotzen.

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Verfasst von - 20. Dezember 2013 in Alltag, Kultur, Lesen, Studium, Wien

 

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