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Im Zeitalter des Plastiks

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Die Klausur in Französisch war ein voller Erfolg, Deutsch… joah. Naja. Ich kann nicht nachvollziehen, wie man dafür hätte argumentieren sollen, dass in „Der Vorleser“ (Schlink) der Mercedesfahrer (S. 145 ff., glaube ich), welcher Michael in Richtung KZ mitnimmt, NICHT der Offizier auf dem Foto, das er beschreibt, ist. Deutschlehrer sind halt etwas abstrus (und ich nicht kritikfähig XD).

In Recht war ich die Einzige, die kein Abi in dem Fach macht und anstandeshalber sowie der Frauenquote zuliebe trotzdem im Unterricht war. Unten in der Aula hätte ich mich auch nicht konzentrieren können, und so konnte ich noch ein bisschen der angenehmen Stimme lauschen. ^_^

Nach der 6. ging’s dann ins Kino mit einer Handvoll Mitdreizehntklässler und der K12. ‚Plastic Planet‘. Wirklich, wirklich sehenswert, auch wenn ich bei diesen Dokus oft nah am Einschlafen bin… Er ist mir auf jeden Fall positiver in Erinnerung als ‚We feed the World‘, falls jemandem der hier bekannt ist. Möglicherweise, weil’s vorrangig um den Einfluss auf den Menschen geht, denkt die zukünftige Bio-Anthropologie-Studentin. X3 Möglicherweise war auch der Unterhaltungseffekt größer. Dabei stellt sich ein interessierter Mensch während und nach dem Film tatsächlich die Frage, ob man da nicht selbst ein bisschen was für sich machen kann, um die Lebensqualität zu verbessern. (Zum Beispiel nicht in die USA auswandern.) Andererseits gibt es schon so viele andere Qualitätminderer, und wer würde schon lieber Glas- als Plastikflaschen den ganzen Tag mit sich herum- oder in die Wohnung im fünften Stock schleppen wollen?

Solche Filme finde ich sehr wichtig – schon allein, um immer wieder daran erinnert zu werden, sich auch mal mehr Gedanken über das eine oder andere Thema zu machen, ohne nur den primären Nutzen/ Schaden zu realisieren.

An diesem Beispiel hat mir die Art der Präsentation gefallen – es war nicht monoton und nur in Form von fachbegriffstrotzenden Gesprächen mit Firmenchefs dargebracht. Gewisse Analogien (wie z.B. das Erzählen über den Abbau eines Plastikballs mit Erdball-Aufdruck, während Landschaftsbilder gezeigt werden) haben ebenso zur Interessantheit beigetragen wie die paar Worte Französisch am Anfang in der Wüste, die Haushalte, die ihre Plastikgegenstände vor das Gebäude verfrachteten und staunten und die persönlichen Erzählungen und Aktionen des Dokumentators.

Was allerdings am meisten Aussage hatte, waren die Tatsachen. Die konkretisierten Zusammenhänge in schlichteren Fakten. Beispiele gefällig?

  • Unfruchtbare Paare weisen einen größeren Anteil an Kunststoffen/ Weichmachern im Blut auf als der Durchschnitt. In den letzten Jahrzehnten ist die Anzahl der produzierten Samenzellen beim Menschen um etwa die Hälfte gesunken. Mögliche Ursache: Die Kunststoffe bzw. Kunststoffzusätze, die sich ähnlich wie das Hormon Östrogen auf den Körper auswirken.
  • Diese hormonartige Wirkung hat auch Einfluss auf die Entwicklung des Embryos bzw. Kindes, besonders in Bezug auf das Gehirn.

Kunststoffbestandteile sind außerdem häufig…

  • kanzerogen (krebserregend)
  • Grund für Übergewicht
  • verantwortlich für die Ausprägung von Asthma und Allergien.

Bei jedem Gebrauch von Plastikgegenständen schabt sich natürlicherweise etwas von dem Material ab und gelangt in unseren Körper. Ihr habt sicher Plastikflaschen oder Tupperware rumstehen, an denen Schlieren und Trübungen zu erkennen sind – das sind typische Anzeichen.

Die entsprechenden Konzerne halten es nicht für ihre Aufgabe, über die Gefahren zu informieren. Darum muss sich wie immer die Gesellschaft kümmern. Großkonzerne üben so viel Macht und Druck auf Prüfungskommissionen und ganze Staaten aus, dass nicht allzu viel geforscht und verboten werden kann – womit wiederum der Boden für den Beweis von Giftigkeiten etc. entzogen wird.

Soviel mal zu dem Thema. (: Mehr Infos (wirklich interessant!): http://www.plastic-planet.at

Morgen muss ich mit dem Rad zur Schule, weil ich nicht nach Sport, sprich nach der 10., abgeholt werden kann bzw. kein Bus fährt. Seeeufz. Ich bin doch viel zu unsportlich dafür. Und falle sicher vom Fahrrad. Und rege zig Autofahrer auf. Und was, wenn die halb verrostete Kette raus-/zerfällt? >.<

Dafür freu‘ ich mich schon wahnsinnig auf Freitag und den zugehörigen Besuch. X3 Hoch lebe der Islandvulkanstaub! Solang er am Wochenende nicht auch noch negativen Einfluss auf’s Grillwetter nimmt.

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Verfasst von - 21. April 2010 in Blog

 

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Der Tag der letzten Schulklausur.

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Ein Drama in etwas mehr als vier Akten. Hintergrundmelodie: Amy Winehouse – Valerie (weil ich es gerade höre) Outkast – Hey ya (weil es der letzte Song war, den ich heute früh vor dem Betreten des Schulgeländes – Massenspeichermedien verboten! – hörte). Klingt, als wäre ich ziemlich mainstream, aber manchmal muss Popkultur einfach sein, und so will ich auch noch mindestens eine Jelinek-Schrift lesen. (Nachdem ich gestern ein bereicherndes, Interesse weckendes Referat über sie und ‚Ein Sportstück‘ hörte und der Wien-Plan auch diesen Tag überlebt hat.)

[Vorspann]

Gestern kam ich auf dem Heimweg nicht nur an der Packstation, sondern auch an der Apotheke vorbei. Ich wollte mich erkundigen, was es so für Mittelchen gegen Overkill in den letzten Tagen vor den Abiprüfungen gibt. Die gute Apothekerin wollte mir das erst mal abschwatzen, à la ‚Da braucht man doch keine Angst zu haben‘, und sie wird ja wissen, wovon sie spricht, auch, wenn ihr Abi wohl schon ein Weilchen her sein wird. Allerdings ist eine solche Panik ja nicht gerade mit Rationalität zu bekämpfen… Sie sah mal nach – nach etwas, das auch nicht müde macht, wäre ja eher suboptimal – und fand etwas Pflanzliches mit Namen VIVINOX DAY (Beruhigungsdragees). Ganz billig ist das nun auch nicht, gut 8 €. Deshalb werde ich mir das auch nochmal überlegen und eventuell auf die von ihr vorgeschlagene Alternative zurückgreifen: Tee mit entsprechenden Wirkstoffen trinken. Melisse soll beispielsweise passen, „Baldrian und Passionsblume schmecken nicht“.

[Akt 1]

Das Drama erreicht seinen Höhepunkt, der bereits im Titel anklingt, bereits ganz zu Anfang und verschießt so unmittelbar den Großteil des Pulvers, sodass der restliche Tag eher mit den Adjektiven ‚dröge‘ und ‚ermüdend‘ zu beschreiben ist. Aber wir wollen ja nicht zu viel vorwegnehmen. Ein Raum – 210 -, in dem an beinahe jedem Tisch ein Schüler sitzt (wobei die Maskulinität sich auf ein Individuum konzentriert; für Österreich muss ich mir angewöhnen, immer die weibliche und männliche Form zu nennen, scheint dort beliebt zu sein).

Mme K.: Ja, wo bleiben denn die anderen?

Schülerin: Vielleicht haben sie nicht auf den Vertretungsplan geschaut und wissen nicht, dass wir schon in der ersten Stunde in diesem Raum mit der Klausur anfangen. Stand das überhaupt gestern schon in der 2. Pause dran?

Andere Schülerin: Jaah…

Weitere Schülerin: Sie können ja eine Durchsage machen lassen.

Wieder andere Schülerin: Wenn das was bringt; immerhin könnten sie ja auch die erste Stunde frei haben. (lacht)

Übrige Schülerin (in ironischem Tonfall): Ich bin ja so gut vorbereitet…

Mme K. (im Sekretariat anrufend): K. hier, können Sie bitte eine Durchsage machen, mir fehlen noch Schüler… Die Klausur in meinem Französischgrundkurs findet jetzt in der 1. und 2. Stunde in Raum 210 statt. Das ist ganz wichtig, in Raum 210! – Ja? – Vielen Dank!

(Die entsprechende Durchsage erfolgt. Zwei Minuten später kommt eine Schülerin außer Atem hereingestürmt.)

Außer-Atem-Schülerin: Huh… Ich wusste nicht, dass wir jetzt schon schreiben… Zum Glück bin ich schon zur Ersten gekommen, ich hätte eigentlich frei gehabt! (Nimmt an einem leeren Platz Platz.)

Andere Schülerin: Und was machen wir mit den beiden aus der 12. Klasse, die müssen doch auch mitschreiben, oder?

Wiederum andere Schülerin: Ja, klar.

Mme K.: Also, wir fangen jetzt mal an, und wenn sie später noch kommen, können sie sich ja dazusetzen und etwas länger schreiben. (Teilt die Blätter aus.) Den Kopf kennt ihr ja… (Schreibt ihn dennoch nochmal an die Tafel. Es handelt sich hierbei um keinen handelsüblichen, sondern um einen Klausurkopf, der Informationen über Kurs, Datum, Name und ähnliches enthält und oben an einem Klausurenblatt angebracht wird.) Ich denke mal, bis zum Gong werdet ihr locker fertig werden!

Andere Schülerin (verfällt dem Tonfall nach bereits in leichte Panik): Sie meinen aber den Gong nach der zweiten Stunde, oder?!

Mme K.: Ja, ja, natürlich! Also, viel Erfolg.

Konzentriertes Lesen. Der wieder anderen Schülerin fällt auf, dass sich in dem Text ein >.<-Smiley findet, bedingt durch die im Französischen anders geformten Anführungs- und Schlusszeichen. Sie lächelt, wickelt ihre Beine in einen Schneidersitz und beginnt mit der Bearbeitung der Aufgaben. Nach dem Gong zum Ende der ersten Stunde.

Andere Schülerin keucht gestresst.

Von außerhalb des Klassenzimmers sind leise Stimmen zu vernehmen. Nach dem Gong zum Ende der zweiten Stunde klopft es an der Tür, die beiden fehlenden Zwölftklässlerinnen erscheinen.

K12-Schülerin (in gleichmütigem Ton): Oh, ihr schreibt schon? Ich wusste gar nicht, dass wir jetzt schon anfangen sollten.

Mme K.: Es stand auf jeden Fall am Vertretungsplan; habt ihr die ganze Zeit draußen gewartet? Warum seid ihr nicht reingekommen?

K12-Schülerin: Wir wollten nicht stören. (Lässt laut eine Kaugummiblase platzen.)

Mme K.: Aber nicht so schlimm. Dann schauen wir mal, wann ihr morgen zum Nachschreiben Zeit habt…

Hach, ich mag meine Frau K. … X3 Und die Klausur war okay.

[Akt 2]

Die Freistunde vergeht mit Freundinnengesprächen, Mathe ist furchtbar langweilig, doch die wieder andere Schülerin wird immerhin nicht abgefragt, ist dennoch einige Male irritiert, als ihr Vorname fällt, der von drei weiteren Schülerinnen im Raum getragen wird, von denen zwei mit abgefragt werden. Spanisch ist ebenfalls ermüdend, die wieder andere Schülerin kann nur schwer unterdrücken, in ihrem heruntergekommenen Schulrucksack nach Alice zu angeln. Immerhin ist das ihr LK, in dem sie bald Abi schreibt… Und da wäre dann noch Religion, in dem über das gleichnishafte Emmaus, sehen und erkennen, Saulus, Paulus, die Römer (die nicht die Römerbriefe schrieben) und die Authentizität der wie eine gespaltene Persönlichkeit erscheinenden Figur in diesem Kontext sowie Eschiatologie gesprochen wird, bevor es an die Herausgabe der Klausur geht. Guter Schnitt (10,1), für die wieder andere Schülerin immerhin 12 Punkte.

[Pause]

[Akt 3]

Nach der Pause folgt die Pause. Es wird sich zum Pausenverkauf beeilt, und weil man früher aus dem Klassenzimmer im zweiten Stock entlassen wurde, schafft es die wieder andere Schülerin auf den zweiten Platz. Nach ihr die Sintflut in Form von menschlichen Körpern, die sich über ihre etwas später dazugestoßene Freundin wälzen und ihr „sämtliche Körperteile in den Rücken rammen“. Die wieder andere Schülerin verzehrt ein Schnitzelbrötchen, dessen Inhalt sich entspannt aus dem Brötchenbett schiebt. Die Gespräche am Tisch beinhalten Einlaufmusik (welch hässlich konotiertes Wort!), Physik, die Anmarkermanie der Freundin und den Müllhaufen in der Mitte der Aula, mit dem auf den vielen herumliegenden Müll aufmerksam gemacht werden soll.

Eine neue Schülerin am Schauplatz: Wäre es nicht besser, den Müllberg da in der Mitte zu lassen, und jeder schmeißt seinen Kram einfach da hin? Das scheint ja besser zu klappen.

Man verabschiedet sich in eine zweite Stunde Mathe, in der die Hesse-Normalform betrachtet wird und sich die wieder andere Schülerin über die Vorstellung an ihren aus Hessen stammenden Freund (der, wie sich später herausstellen soll, die Hesse-Normalform gar nicht kennt X_x), der zeitweise Hessisch spricht („Ei, …!!!“), zumindest für fünf Minuten gut amüsiert. Nun geht es an eine weitere Naturwissenschaft. Die Unterrichtsstunde Chemie enthält bereits eine Anspielung auf das darauf folgende Sport, da es mit dem Verbrennen von Kunststoffen an die kommende Verbrennung der Sportschuhe vorauserinnert. Ansonsten ist die Unterrichtsbeteiligung der wieder anderen Schülerin relativ rege; sie spekuliert auf eine Mitarbeitsnote oberhalb der 11 Punkte, um auf 12 im Halbjahr zu kommen.

[Akt 4]

In ‚Gymnastik und Tanz‘ darf man sich erst einmal mit etlichen Runden und verschiedenen Krafttrainingsmethoden verausgaben. Hierzu werden die Requisiten ‚kleiner Medizinball‘ und ‚Langbank‘ benötigt. Die sportliche Unfähigkeit, Kraft- sowie Konditionslosigkeit der wieder anderen Schülerin wird glorreich unter Beweis gestellt. Sit-ups auf dem harten Hallenboden sind aber auch gemein. Der Sporttest ergibt für diese Schülerin 6 Punkte, und weitere 0 Punkte kommen hinzu, als sie sich mit ihren Gruppengefährten dazu entschließt, den nur partiell bestehenden, miserabel geübten und generell absolut albernen (selbst zusammengestellten!) ‚Tanz‘ der Öffentlichkeit aka der Sportlehrerin zu enthalten. Besonders der einzige Kerl in der Gruppe drängt darauf… und dem Rest ist’s egal, auch wenn eine der Mitgliederinnen das Halbjahr einbringen muss. Im Laufe des sich ergebenden Gesprächs mit der Lehrerin, die das Nichtvortanzen glücklicherweise nicht als Beleidigung auffasst, erfahren die Anwesenden, dass Frau T. zunächst Medizin studierte, dies bald abbrach, da das erste Semester lediglich aus Auswendiglernen bestand, und sich nun über diesen Schritt ärgert, weil sie mehr wissen will. Dies macht sie für die wieder andere Schülerin sehr sympathisch. Besonders, als Frau T. auch die Enttäuschung über die 0 Punkte der wieder anderen Schülerin kundtut, da sie sie für einen ‚Balletttyp‘ hält. X3

Der Rest der Vorstellung wurde aufgrund von übermäßiger Handlungslosigkeit gestrichen.

Mein Sinn für Vollständigkeit wird mich davon abhalten, kurze Einträge zu verfassen. Außer, ich schaffe es nicht, die für viele sicher langweiligen Geschehnisse in meiner Weise aufzubauschen. (:

ARGH! Welchen Einlaufsong soll ich nehmen?!

Und – verdammt, ich bin grade so nicht mehr pünktlich. XD Aber ich hab meine letzte Schulklausur geschrieben – jieäah!

 
Ein Kommentar

Verfasst von - 16. April 2010 in Blog, Musik

 

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