RSS

Schlagwort-Archive: Familie

Freitagsfüller

Wird mal wieder Zeit für einen Freitagsfüller. (:

1.  Heute morgen (‚Morgen‘ schriebe man in diesem Falle groß) geht’s in aller Herrgottsfrühe zum Flughafen.

2.  Electro Swing finde ich derzeit einfach zu schön.

3.  Ich könnte eigentlich mal wieder an meiner Bachelorarbeit schreiben *hust* (aber nicht dieses Wochenende!).

4.  Obwohl ich eigentlich gar nicht solche Unmengen zu tun habe, könnte ich teilweise in Chaos untergehen.

5.  Im übrigen trage ich gerade einen Haufen pinker Lockenwickler.

6.  Meinen Geburtstag werde ich dieses Jahr ausnahmsweise mal wieder mit Freunden gemeinsam erleben.

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf meine Familie, nachdem ich auf der Hochzeit einer Freundin war, morgen habe ich einen weiteren Besuch bei den Frischverheirateten zwecks Kindgeburtstagsfeier und eine Ballettaufführung geplant und Sonntag möchte ich dann auch noch auf die entsprechende Taufe – vollgestopfte Tage also!

 
4 Kommentare

Verfasst von - 21. März 2014 in Alltag, Kultur, Musik, Studium

 

Schlagwörter: , , , , , , , , ,

Freitagsfüller

1.  Im November freue ich mich am meisten auf die Geburtstagsfeier einer guten Freundin.

2.  Außerdem schreibe ich am NaNoWriMo-Roman, und ich bin stolz, bis eben schon ein Drittel der geforderten Wortmenge geschafft zu haben (und beinahe 100.000 Zeichen!).

3. Es ist genau hier, in dem Zimmer, wo ich damit vermutlich fertig werde. (?!)

4. Die ruhige Sprechweise einiger Professoren beruhigt mich. (Da ich manche davon mit meinem Diktiergerät aufgenommen habe, sollte ich sie mir mal zum Einschlafen anhören. :3)

5. Wasser mag ich am Liebsten heiß und in meiner Badewanne – gleich ist’s wieder Zeit dafür(:

6. Dass dieses Jahr meine Großmutter gestorben ist, war traurig – aber dass auch beide Großeltern meiner Brieffreundin gestorben sind, hat mich besonders betroffen gemacht.

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf meine Badewanne und ein bisschen Fernsehen (mach ich ja so selten, sollte ich aber mehr fürs Kennenlernen der österreichischen Medienlandschaft), morgen habe ich von 9-17 Uhr Lehrredaktion und anschließendes Burritoessen geplant und Sonntag möchte ich nach dem zweiten langen Wochenendtag Lehrredaktion mit meiner NaNo-Story weiterkommen!

 
Hinterlasse einen Kommentar

Verfasst von - 8. November 2013 in Alltag, Andere Blogs, Kreatives

 

Schlagwörter: , , , , , , ,

Aaaaah!

– Panik, noch bevor der NaNoWriMo angefangen hat.

Wie ich grad so überhaupt keine Lust habe, um Mitternacht mit dem Schreiben zu beginnen. Um sieben Uhr aufgestanden, fertig gemacht, meine Eltern mit letzten Anweisungen und Dankeschöns für alles Mitgebrachte verabschiedet (haben auf der Durchreise bei mir übernachtet), eine Dreiviertelstunde mit Leichenveränderungen in der Uni verbracht. Jetzt bin ich wieder daheim und muss eigentlich noch
a) Obst für die Halloween-WG-Einweihungsparty (allerdings erst morgen Abend) einkaufen (weil Schokobrunnen),
b) Haushaltskram wie aufräumen und staubsaugen erledigen,
c) ein Datenerhebungsblatt für eine Studie fertigentwerfen und ein Exposé schreiben, beides bis Mitte nächster Woche für mein Projektpraktikum (aka Bachelorthema),
d) meine Haare für die Halloweenfeier präparieren und schauen, was genau ich anziehe (damit hätte ich zumindest morgen mehr Zeit zum Schreiben).

Aaaaah! >.< Und abgesehen davon, dass mich das schon mal vorbelastet, bin ich nach den letzttägigen Vorbereitungen (Plot & die drei Hauptcharaktere) gar nicht in Stimmung, mich in die Geschichte zu werfen. Fürchterlich. Was bin ich nur für eine wankelmütige Pseudokreative. Und dabei hab ich schon so ein schönes Brieflein mit Schokospende aus Deutschland bekommen…

Ich glaub, ich werd versuchen, ein paar Dinge zu erledigen (so viel wie nur irgend möglich für Punkt c) und dann noch ein bisschen zu schlafen, bevor es zur Geisterstunde mit dem Tippen der 50.000 Wörter losgehen soll. Mein persönliches Ziel für den Tag bzw. die Nacht war ja das dreifache Durchschnittstagespensum, weil ich an manchen Tagen (verlängertes-Wochenende-Trip nach D) wohl nicht zum Schreiben kommen werde und vorarbeiten muss. Also 5000 Wörter. Hahaha, denke ich mir da gerade. Aber mal sehen, wozu ich später noch imstande bin. Noch wird nicht aufgegeben. Ò.ó

 
Ein Kommentar

Verfasst von - 31. Oktober 2013 in Kreatives

 

Schlagwörter: , , , , , , , , , , , ,

März-Herzen IV

❤ 25. März: Familie und liebsten Freund wiedersehen.

❤ 26. März: Nach Ewigkeiten wieder in Erlangen. Bummeln, Neugeborenes sehen, mit Freundin/Patin zu Abend essen.

❤ 27. März: Ein einfacher Tag mit Familie, Erledigungen, einkaufen – hatte ich länger nicht mehr.

Birnen-Käsekuchen mit Schokodrops, Erdbeerkuchen, Schokotorte mit Marmelade, Kalter Hund.

Birnen-Käsekuchen mit Schokodrops, Erdbeerkuchen, Schokotorte mit Marmelade, Kalter Hund.

❤ 28. März: Eine neue Brille aussuchen.

❤ 29. März: In einem Bildband blättern, der schon lang bei mir im Zimmer liegt (fotografische Selbstinszenierung von Künstlern der ‚Bohème‘). ‚Der Junge im gestreiften Pyjama‘.

Hier weiterlesen …

 
2 Kommentare

Verfasst von - 6. April 2013 in Alltag, Foto, Kultur, Lesen

 

Schlagwörter: , , , , , , , , ,

Flotter Dreier

Ob Shakespeare das gefallen würde? – „Julia“ von Anne Fortier.

Aus einem bereits veröffentlichten Blogartikel: Es geht um eine Amerikanerin in den Mittzwanzigern (Julia), die von ihrer Großtante und Adoptivmutter (die leibliche ist mit dem Vater in jungen Jahren bei einem Autounfall in Italien ums Leben gekommen) nach deren Tod zunächst scheinbar nichts von Wert erbt. Ein schwerer Schlag, denn ihre gleichaltrige Schwester Janice, schon immer bei den Mitschülern beliebter – jedoch wesentlich arroganter und unsympathischer -, darf ab jetzt die ganze Villa ihr Eigen nennen. Was Julia von der Tante bleibt: Ein geheimer Brief und ein Schlüssel zu einem italienischen Bankfach. Sie erfährt, dass ihr eigentlicher Name Giulietta Tolomei lautet – und später, bei ihrer Ankunft in Siena, wo sie nach dem Bankfach fragen will, stößt sie noch auf einige andere Absonderlichkeiten, die mit Shakespeares berühmtestem Drama und ihr selbst zu tun haben.

Daran und an dem Erzählstil der Autorin liegt es vermutlich, dass ich es die ersten drei Kapitel (die jeweils mit einem Romeo-und-Julia-Zitat beginnen) über sehr gerne gelesen habe, obwohl ich eine (zugegebenermaßen etwas irrationale) Abneigung gegenüber den USA und Italien habe. Manche Male musste ich auch schon schmunzeln über eine typisch amerikanische Naivität, die in der Hauptprotagonistin anklingt, die aber auch auf deren Charakter zurückzuführen ist: Julia ist eher der schüchterne, unbeholfene Typ, der sich ihr bisheriges Leben lang hauptsächlich dadurch definierte, das Gegenteil von ihrer erfolgreichen Schönlingsschwester zu sein.

Etwas mehr werde ich dazu schreiben, sobald ich es fertiggelesen habe, schätze ich. Was mich bisher irritierte: Durchgehend synonymisiert sie ‘Shakespeare‘ mit ‘der Barde‘. Ist das in den USA (oder sogar in England) so? O.o Gut, vielleicht war er ein Barde, aber dass man ihn pauschal ‘der Barde’ (ohne Anführungszeichen) nennt? Fand ich sehr seltsam und zumindest in der Übersetzung unpassend.

Ein interessanter, trotz der Dicke kurzweiliger Roman mit verschiedenen interessanten Themenfeldern. Es geht um eine junge, ziellose Frau, ihr Verhältnis zur Familie (besonders zur Schwester) und einem Familienmysterium, das scheinbar schon länger in ihr steckte und auf dessen Grund sie im fernen Siena (wo die historische Julia mit ihrem Romeo gelebt haben soll) geht, und natürlich um mindestens eine Liebe. Stil, Beschreibungen und Charaktere sagten mir sehr zu, und wer sich von geheimnisvollen bis übersinnlichen Wandlungen nicht die Realitätsnähe der Geschichte rauben lässt, sondern eher noch neugieriger wird, kann sicher ebenfalls Gefallen daran finden. Ähnlich zu einer bereits rezensierten „leichten Frauenlektüre“ (Nicht schon wieder al dente!) wurde es zum Schluss hin etwas schräg, aber im Gegensatz zum Roman von Gaby Hauptmann bahnte sich das mystisch-Absonderliche bereits über die ganze Story hinweg an, und ich finde es wesentlich, wesentlich passender. Also: trotz mancher Kritikpunkte schöner, amüsant, spannend. Ästhetisch: Die Siena-Karte vorn und das Fresko hinten in der Ausgabe.

Unvorstellbar trotz der Beschreibungen – ‚1984‘ von George Orwell.

Nun, die meisten werden wohl bereits davon gehört oder es selbst gelesen haben. Eine Welt ohne Privatsphäre, mit maximaler Kontrolle über so gut wie jeden Lebensbereich. Ob die Gedanken da noch frei sind? Winston lebt, vor allem aber arbeitet als Teil der einzigen Partei Ozeaniens (das wohl die englischsprachige Welt umfasst,im Gegensatz zu den beiden anderen Großmächten Eurasien und Ostasien, wo es nicht wesentlich anders abzulaufen scheint) – er gehört zur ‚äußeren Partei‘ – nicht zu den wenigen Mitgliedern der ‚inneren Partei‘, die sich Freiheiten und Genüsse nehmen können, aber auch nicht zur Großzahl der ‚Proles‘, die unbeachtet von der mittleren und oberen Schicht in den schlechten Vierteln vor sich hinvegetieren. Sein Leben besteht – wie das seiner mittleren sozialen Klasse – aus einer Mischung aus Beschäftigungstherapie und Erinnerungstilgung an die Zeit vor der Machtübernahme der Partei und an Widersprüche in der bisherigen Geschichte. Führt man plötzlich Krieg gegen Ostasien statt gegen Eurasien, so wird jedes Dokument umgeschrieben und überall proklamiert, man stünde schon immer mit Ostasien im Krieg. Genauso erfordert der ganze Alltag eines Parteimitarbeiters ständiges Zwiedenken, also die Akzeptanz von Widersprüchen, wenn sie von der obersten Instanz, dem großen Bruder, so festgesetzt wird. Winston tut sich damit (und mit der Untersagung von Sexualität) reichlich schwer und findet in Julia (hach, schon die zweite in diesem Artikel, wenn nicht gar die dritte) eine Gefährtin, mit der er beginnt, passiven Widerstand zu pflegen, obwohl klar scheint, dass das auf Dauer ganz und gar nicht gut gehen kann.

In meinem Rollenspielforum gibt es im Offtopicbereich einen Thread, in dem man ein Buch empfehlen soll, von dem man denkt, dass es jeder gelesen haben sollte. Einige entschieden sich dabei für ‚1984‘, was ich aufgrund der Beschreibung einer grässlichen Dystopie, die bitte niemals eintreten soll, nachvollziehen kann. Großteils lässt sich der Roman auch gut durchlesen. Allerdings hatte ich ein Problem mit dem langen Abschnitt, in dem aus einem ‚Buch im Buch‘ zitiert wird. Politische Verhältnisse etc. werden meiner Meinung nach zuvor schon beschrieben, und zwar anschaulich in relativem Zusammenhang zum Hauptprotagonisten Winston, da tat ich mir schwer, das Ganze nochmals in einem Sachtext aufgearbeitet zu lesen. Mal abgesehen davon, dass man nicht das letzte, essentielle Kapitel lesen darf. Desweiteren ist mir der Schluss in irgendeiner Form zu abstrakt, ich habe jedenfalls nicht ganz begriffen, was mir damit gesagt werden sollte. Vielleicht wussten es Orwells Zeitgenossen besser? Vielleicht weiß es einer von euch besser? Ich freue mich über Information. ^^ Den zahlreichen Empfehlungen werde ich mich nicht anschließen, auch wenn es gut sein mag, zu wissen, worum es im Buch geht, und es anschaulicher wird, wenn man die Seiten zu sich nimmt. Bis zur Mitte des Werks etwa.

Ein Buch wie ein Arte-Film – ‚Der Teezauberer‘ von Ewald Arenz.

Warum ich das Buch mitgenommen habe? Nun, der Autor ist ehemaliger Geschichtslehrer einer Freundin, die mir bereits seinen Roman ‚Der Duft von Schokolade‘ schenkte, das sogar in Wien spielt und das ich sehr gern gelesen habe. (Offenbar ein sehr olfaktorischer Mensch, dieser Herr Arenz.) Abgesehen davon, dass das Cover grandios ist und ich Tee lieber als Kaffee mag, auch wenn ich mich nicht besonders dabei auskenne. Es ist ein ziemlich schlankes Taschenbüchlein und schnell zu lesen.

Haupthandelnder ist diesmal wieder ein Kerl, Jakob, ohne Bezug zu einer Julia, dafür aber zu einer Luise. Aber das ist nur eine Freundin, die ihn in seinem Teeladen besuchen kommt. Wichtiger: Marietta, seine schöne Frau. Doch obwohl er scheinbar zufrieden ist, ist da noch eine weitergehende Sehnsucht, nach der Ferne, nach Exotik und Frauen, von denen er gelesen und immer wieder gelesen hat und denen er dann plötzlich gegenübersteht. Die große, unbedingte Liebe, eine romantische Idealisierung, oder besser die schlichtere, aber dennoch aufrichtige realistische Liebe im Alltag?

Nebenher werden immer wieder kurze Geschichten aus den letzten Jahrhunderten erzählt, grob synchron mit dem derzeitigen Abschnitt der Storyline – von fernöstlichen Herrschern und Teezeremonien und englischen Teewettrennen. Ganz nett zwischendurch, aber sie hätten besser im eigentlichen Plot verankert sein können.

Ich will nicht zu viel vom Inhalt verraten, aber ich erwische irgendwie immer öfter Bücher, die zum Schluss hin echt absurd werden. Zumal man bei diesem hier nicht mal sicher sein kann, was nur in Jakobs Kopf vorgeht und was tatsächlich passiert, das warf mich schon aus dem Konzept. Es war schön und leicht zu lesen, die Sehnsüchte in ihrer Verzwicktheit ganz gut beschrieben, aber irgendwann driftet es wieder ins Paradoxe ab, wie so mancher abgefahrener Film auf Arte. Ich stehe dieser Unbegreiflichkeit immer hilflos gegenüber, bis ich mir Roger Willemsens Worte in Erinnerung rufe: Kultur ist Überforderung. Ein Roman für ästhetisierende Romantiker.

 
2 Kommentare

Verfasst von - 22. Oktober 2011 in Blog, Kultur, Lesen

 

Schlagwörter: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Stromkilometer 1.918,3 – Friedhof der Namenlosen

Wenn man für längere Zeit in Wien ist und den Film ‚Before Sunrise‘ mit Ethan Hawke und Julie Delpy gesehen hat, gibt es ein paar Orte, die man gern besuchen würde. Zu diesen gehörte für mich der Friedhof der Namenlosen – den ich beim letzten Besuch meiner Eltern hier sehen wollte. Praktischerweise, denn die Anfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist nicht ganz unkompliziert, und so nahmen wir dann doch das Auto.

Unbekannt

Es gibt ein paar amüsante Ortsnamen in und um Wien, unter anderem auch: Alberner Hafen (Teil des Bezirks Simmering). In diesem industriegebietigem Gebiet findet man nach einigem Suchen und Passieren von Zulieferstraßen auch ein Schild, das auf den Friedhof der Namenlosen hinweist. Hinauf und hinunter die Stufen um den Rundbau der Kapelle, dann steht man vor dem Eingangstor. Doch worum handelt es sich bei diesem mysteriösen Friedhof genau?

Namenlos

Nun, die Lage nahe des Hafens ist nicht zufällig. Bis vor einigen Jahrzehnten befand sich bei dieser Stelle in der Donau – Stromkilometer 1.918,3 – ein Wasserwirbel, der Treibgut an Land spülte, darunter Wasserleichen. Wer sie waren, woher sie kamen, wie sie starben, war in den meisten Fällen nicht auszumachen. Man beschloss, sie zu begraben. Zwar ließ man sie dafür nicht zum nächstgelegenen Friedhof bringen, doch angeblich wurden sie auch nicht einfach verscharrt, sondern in Holzsärgen bestattet. So entstand der Friedhof der Namenlosen.

Unvergeßlich

Als wir ihn im August besuchten, waren die Gräber von allerlei Gräsern und Farnen überwuchert. Trocken, heiß und stickig das Wetter. Irgendwie passte es nicht zum Ort, aber die geheimnisvollen Kreuze und Schilder für die anonymen und identifizierten Toten ergänzten die Stimmung um das fehlende Traurige, Mystische. Inspirierend bei den Gedanken an die vielen unerzählten Geschichten, von denen sich zumindest Abrisse auf den Schildern derer zeigen, über die etwas in Erfahrung gebracht werden konnte.

Julius Behnken aus Hamburg – 11.12.1860 – 15.3.1923

Manchen Gräbern sieht man sogar an, dass sie für Kinder geschaufelt wurden. Spielzeug, buntes Brimborium. Ein schlammgrünes, von der Witterung mitgenommenes Stoffkrokodil tarnt sich im Gras an „Sepperls“ Grabstätte. Auf einem anderen steht:

Hier ruht Wilhelm Töhn, ertrunken durch fremde Hand am 1. Juni 1904 im 11. Lebensjahr

Selbstmörder sollen natürlich auch viele darunter gewesen sein. Joseph Fuchs, der vor einigen Jahren verstorben ist und sich seit Ewigkeiten – früher ehrenamtlich – um den Friedhof der Namenlosen kümmerte, konnte davon vermutlich ein Lied singen, zumal der im Jahr 1906 Geborene noch die aktive Phase miterlebte. Seit etwa 1940 werden hier keine Wasserleichen mehr bestattet, darum kümmert sich nun der Zentralfriedhof. Mal abgesehen davon, dass der Wasserwirbel beim Hafenumbau beseitigt wurde und nun längst nicht mehr so viel angespült wird wie einst.

Rosa Majewsky ~     1912-1930

Abgesehen von gelegentlichen Besuchern finden sich hier vor allem am Sonntag nach Allerseelen etliche Menschen ein. Dieser Brauch mit Kranzlegung hat sich eingebürgert. Der Fischerverein lässt ein Floß aus Blumen und Kerzen zu Wasser, versehen mit einem dreisprachigen „Den Opfern der Donau“ (deutsch, tschechisch, ungarisch) und der Bitte, das Floß bei Bedarf weiterzustoßen. Vielleicht finde ich ja mal Zeit dafür, ich würde es gern mit ansehen.

Im Bereich zwischen Dammkapelle und Hafeneinfahrt befand sich einst der alte Friedhof der Namenlosen, der im Jahre 1900 aufgelassen wurde. 478 Opfer des Stromes liegen heute noch dort bestattet.

Dieses Schild findet sich an der Rückseite der Kapelle, und nach einem Abstecher an das, was wohl die Hafeneinfahrt oder etwas ähnliches ist, hat meine scharfäugige Mutter auch den alten Friedhof entdeckt, nachdem wir zuvor erfolglos Ausschau gehalten haben, obwohl wir direkt daran vorbeiliefen. Er befindet sich auf der anderen Seite einer verrosteten, im Nichts endenden Schiene, von den Bäumen sicher schon teilweise überwachsen. Der alte Teil wurde früher noch teilweise überflutet, was ein Grund dafür sein könnte, dass sie hundert Meter weiter siedelten.

Und es liegt eine gewisse Ironie in der Tatsache, dass sogar die beiden Friedhofsteile nun seit mehr als einem halben Jahrhundert Schilder tragen, wie sie die Gräber zieren:

[Alter] Friedhof der Namenlosen   1840-1900

[Neuer] Friedhof der Namenlosen   1900-1935

 

 

 

 

 

 

 

 
Hinterlasse einen Kommentar

Verfasst von - 21. September 2011 in Alltag, Foto, Kultur, Wien

 

Schlagwörter: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Familie und Kino

Not easy to please.
Meist ist es generell schwierig, jemanden in seiner Familie zu finden, mit dem man filmische Interessen teilt. Als ich noch ein kleines Kind war, gingen wir öfter zu Viert ins Kino, um lustige Kinderfilme anzuschauen (während unser Vater einschlief). Mittlerweile gestaltet sich die Sache ein bisschen schwieriger.Mein Vater hat den Vorschlag gemacht, mit meinem drei Jahre jüngeren Bruder und mir ins Kino zu gehen. Eine seltsame Konstellation, wir machen nämlich selten was zusammen. Jedenfalls hieß es, eine gemeinsame Schnittmenge zu finden (wobei mein Bruder und ich das unter uns ausmachten).Ich guckte durchs Kinoprogramm und fand ein, zwei Filme, die ich mir generell gern anschauen würde und die vielleicht auch meinen Vater interessieren könnten. Midnight in Paris und Sommer in Orange. Für meinen Bruder wäre das allerdings nix.

Dann fand ich ein, zwei Filme, die ich mir mit meinem Bruder angucken könnte, einer davon war Final Destination 5. Aaaber sowas kann sich mein Vater ja nicht angucken. Der schaut schon bei Dokus weg, in denen irgendwem ne Spritze gegeben wird. Mit meinem Bruder kann ich Düsteres angucken, Splattriges, Vampirfilme… Aber das passt auch gar nicht zu dem, in was man den Dritten im Bunde reinzerren könnte. Bei diesen Filmen könnte er ja nicht mal einschlafen, wenn sie ihn nicht interessieren.Weil nun eigentlich weder mein Bruder noch ich Lust hatten, ins Kino zu fahren, durchwühlte ich unsere DVDs. Underworld – kann ich mit meinem Bruder angucken. Wen die Nachtigall stört – kann ich vielleicht mit meinem Vater angucken. Die beiden zusammen könnten vielleicht Fast-and-Furious-Filme gucken… doch DA! Die Rettung! Etwas, das wir möglicherweise alle angucken können! Troja!
Herzlichen Dank für Historienfilme mit Schlachten, liebe Filmemacher.
 
Ein Kommentar

Verfasst von - 26. August 2011 in Alltag, Kultur

 

Schlagwörter: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,