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Schlagwort-Archive: Drama

Fanfiction-Fieber

Damit ich nicht den ganzen Abend lang sinnlose Musikvideos von The Midnight Beast, die ich gruseligerweise cool finde, obwohl sie nur in einem Video harrypotterbezogen sind und seltsame Musik machen, höre, werde ich nun ein bisschen die Werbetrommel rühren. Für einen guten Freund und mich.

Ersterer schreibt schon seit Jahren an seiner ersten und vielleicht auch einzigen Fanfiction – also einer Geschichte, die sich auf das Werk einer anderen Person, in diesem Fall auf die Harry-Potter-Reihe von Joanne K. Rowling, bezieht. In seinem Fall geht es allerdings großteils um Originalcharaktere aus seiner eigenen Feder, er schreibt also nicht aus der Standardsicht des Harry-Hermine-Ron-Trios. Die Handlung – abgesehen vom Prolog – beginnt kurz vor Harrys viertem Hogwartsjahr, das Trimagische Turnier steht also bevor; Drake, der Hauptcharakter, besucht mit seinen drei Slytherinfreunden das siebte Schuljahr und wird bald schon Mitglied des Ordens des Phönix sein.

Eine kleine Inhaltsangabe zu The Trial (Teil 1: Awakening) vom Autor selbst: Eigentlich verspricht das Abschlussjahr des introvertierten Drake Valentine auf Hogwarts ein ganz gewöhnliches zu werden – abgesehen von zwei Dingen: Erstens scheint er auf dem besten Weg, sich zu verlieben, was ihm überhaupt nicht Recht ist und einigen Unmut auslöst, zum anderen geschehen im Hintergrund Dinge, die die Fassade der ereignislosen letzten Jahre endgültig brüchig werden lassen. Die unscheinbaren, kleinen Vorzeichen schüren – von den wenigsten wirklich wahrgenommen – eine leise, aber immer größer werdende, bedrohliche Ahnung, die die kaum gehaltvollen Gerüchte der vergangengen Zeit plötzlich wieder präsent werden lässt.
Ein Szenario scheint immer wahrscheinlicher, und Drake versucht krampfhaft, die Augen davor zu verschließen – bleibt die Frage, wie lange ihm das noch gelingt …

Als Betaleserin bin ich inhaltlich schon ein bisschen weiter als bei den ersten beiden veröffentlichten Kapiteln, und ich kann sagen, dass mich sowohl Stil als auch Inhalt bereits gefangen genommen haben. Dušan bzw. Dante hat eine sehr schöne Art, Szenerien zu beschreiben, seine Worte sind überlegt gewählt und die Konstruktionen längst nicht auf dem simplen Niveau, das man bei vielen anderen Fanfictions findet. Desweiteren bin ich schon ein Fan der Hauptcharaktere, die zwar ganz anders als die meisten aus den Büchern sind, aber vielleicht auch gerade dadurch bestechen. Sie haben alle ihre Stärken und Schwächen, und wenn man hinter die Fassade blickt (was auf den ersten paar Seiten vielleicht noch nicht so einfach ist, aber das Werk ist ja auch keine Eintagsfliege), lernt man junge Erwachsene kennen, mit denen man vielleicht auch ganz gern seine Freizeit auf Hogwarts verbringen würde. *hüstelgrins*

Mädchen kommen übrigens auch vor:

Wer jetzt schon auf den Geschmack gekommen ist, der findet unter diesem Link noch mehr Informationen zur Story sowie den Prolog (The Provision) und das erste Kapitel (Prelude to Tragedy). So, wie es jetzt aussieht, soll es alle zwei Wochen ein neues Kapitel geben, das auch Ende dieser Woche anstünde. (:

Und auch ich selbst habe vor einer Weile eine erste Fanfiction begonnen und fertiggestellt. :] Sie spielt allerdings ein paar Jahrzehnte früher, als Sirius Black und die Rumtreiber noch zur Schule gehen. Mein Hauptcharakter mit Namen Maya hegt eine besondere Vorliebe für diesen Gryffindor, die besonders ihrem besten Freund Quentin ein wenig auf die Nerven geht. Deshalb teilt sie mit ihm auch nicht das merkwürdige Ereignis, bei dem sie das erste Mal ein paar Worte mit ihrem Schwarm wechselt… Doch wird sich dadurch etwas für die quidditchspielende Ravenclaw ändern? Und was hat Sirius‘ Bruder Regulus mit der Sache zu tun? Wer diese Fragen zu rhetorischen machen will, wird sich an meine als einzeln für sich stehende Geschichte (zehn Seiten in Word) wagen müssen. (; Coming soon: ab meinem Geburtstag ist der erste Teil auf diesem Blog online. Der Rest folgt in zweitägigem Abstand und versüßt euch vielleicht die Zeit bis Ostern, falls ihr das feiert oder Ferien habt.

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4 Kommentare

Verfasst von - 27. März 2012 in Blog, Kreatives, Lesen, Musik

 

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Strike

– und zwar nicht alle Neune, sondern alle Fünfe. In Bezug auf Shakespeares Romeo und Julia. Als Namensvetterin und Romantikerin so gut wie prädestiniert für eines meiner Lieblingsstücke, wenn nicht gar die Nummer 1. Und nun las bzw. sah ich…

  • das Buch
  • ein Theaterstück (etwas modern, aber sehr genial, und man nahm mir nicht ab, die Rezension, die ich dazu schrieb, selbst geschrieben zu haben *hüstel*)
  • ein Musical (auf Französisch und DVD)
  • eine Oper (mit Anna Netrebko, live über die riesige IMAX-Leinwand)
  • und einen Film.

Hm, ein Ballett könnte ich mir noch geben!

Der Film kam gestern (DVD mit Ina und Vincenz), und zwar die leicht skurrile 90er-Verfilmung von Baz Luhrmann (der mir zuvor lediglich vom Song ‚Everybody’s free (to wear sunscreen)‘ bekannt war und von dem auch ‚Moulin Rouge‘ stammt). Ich war schon extrem vorfreudig – ein Freund hatte mich mit dem Posten eines Youtube-Videos drauf gebracht. Radioheads ‚Talk Show Host‘ (ich bin so verknallt in den Sex (omg, Freudscher XD) Song!) zu Filmszenen. Nachdem ich das Video etliche Male gesehen und mich auch noch in die Aquariumszene verliebt habe, fing ich das Recherchieren im Internet an. Und stieß beispielsweise auch auf eine Twitter-Aktion zu ‚Romeo und Julia‘, die ich knapp verpasst habe… Naja, fand ich eh etwas chaotisch.

Der Film ist toll. Religiös-kitschig, wenn man die Requisiten ansieht, aber dramatisch und größtenteils authentisch gespielt. Die Besetzung sagt mir sehr zu, auch wenn ich bei Romeo weniger an diCaprio denn an einen Dunkelhaarigen denke. Mag an persönlichen Vorlieben liegen. (; Auch die altertümliche Sprechweise fand ich cool… Die beiden Mitgucker meinten, es wäre auf jeden Fall wesentlich besser als die Hamlet-Verfilmung, wenn wir schon mal bei Shakespeare sind. Ich muss ihn mir unbedingt nochmal ansehen, vielleicht auf Spanisch?

Zudem machte Vincenz dann noch ein paar Frühlingsmädchenbilder (Hogwartsplay-Contest) von mir. ^_^ Sind fotografisch gut geworden, das Model hat(te) so seine Schwächen… *räusper* Ansonsten mach‘ ich das gern. Auch mit nasser Wiese!

Und jetzt bin ich mal weiter Bilder aussortieren.

~

DIESEN BLOGEINTRAG SCHRIEB ICH AM 27.5., SCHÖN, DASS HIER ALLES IN DIE ENTWÜRFE GELEGT WIRD, STATT ES ZU PUBLIZIEREN! ARGH!

 
Ein Kommentar

Verfasst von - 3. Juni 2010 in Andere Blogs, Blog, Foto, Hogwartsplay, Musik

 

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Tag 18 am 18.4.

ACHTUNG: WEIL ICH VERGESSEN HATTE, DEN ARTIKEL VON GESTERN AUCH GESTERN ZU VERÖFFENTLICHEN, STEHT ER NUN HIER – OBERHALB DES ARTIKELS VOM 19.4.. WER DEN (WESENTLICH KÜRZEREN!) ARTIKEL VON HEUTE JETZT LESEN MÖCHTE, DER MÖGE RUNTERSCROLLEN ODER FÜR IMMER SCHWEIGEN.

Ich weiß nicht, ob sich so eine Parallelität nochmal in der Präabiphase einstellt, aber nett ist das allemal. Tag 18 ist der 18te. Hach. Da fällt mir ein, heute hat eine Exfreundin von mir (ich war mit ihr nicht ‚zusammen‘, ’nur‘ befreundet; macht dieses Jahr mit mir an derselben Schule Abi) Geburtstag. Sie wird das wohl nie lesen, aber: Happy Birthday! (; Auf dass auch deine Abivorbereitung ertragreich sein möge. Immerhin hat sie ja auch Spanisch-LK.

Womit wir schon mitten im Thema des Tages wären. Heute hab ich nach einer einigermaßen wachmachenden Dusche eine Spanisch-opinión geschrieben zum Thema „El periodismo: ¿plaga o bendición de nuestra época?“, welches – wie der geneigte Romanist natürlich sofort herausgefunden hat – auf Deutsch heißt: „Journalismus: Fluch oder Segen unserer Zeit?“ Ich hab irgendwas zu durchgeknallten Paparazzi bei Britney Spears und professionellen, glaubwürdigen Journalisten, die zur Meinungsbildung in nationalem und internationalem Kontext beitragen, geschrieben. Und dass man sich dann eben fragen soll, ob man lieber die neueste Ausgabe von „El País“ oder von „Hola“ (Regenbogenpresse) kaufen sollte. (Was nicht heißen soll, dass ich mir nie ein Modemagazin gekauft hab. *glucks* Manchmal braucht man dieses oft etwas weniger niveauvolle, aber einnehmende, locker-leichte Gefühl, wirklich ein Mädchen zu sein. XD) Zumindest hab ich versucht, mich mit nur zweieinhalb Argumenten kurz zu fassen.

Anschließend hab ich drei Texte gelesen und einen davon, weil ich ihn ein bisschen seltsam fand, übersetzt. Zugegebenermaßen mithilfe von leo.org, aber ich wollt’s halt perfektionieren. Das heißt nicht, dass er jetzt perfekt wäre, meine Übersetzungen klingen selbst dann holprig, wenn’s viele Punkte drauf gab. Aber ich stelle ihn einfach mal rein. Kurzgeschichte von Manuel Vicent (*1936).

MOTORRAD
Er kaufte das Motorrad, mit dem sein bester Freund gestorben war. Es war eine perfekte, wunderschöne, japanische Maschine. Nach dem Unfall hatte ein trübsinniger Vater sie zu niedrigem Preis zum Verkauf angeboten, doch er hatte nicht vor, sich an diesem Unglück zu bereichern. Er kaufte sie nur aus Liebe. Sie waren Schulfreunde gewesen. Sie hatten gemeinsam als Jugendliche die ersten sexuellen Erfahrungen probiert. Sie hatten die Welt entdeckt, in langen Stunden mit Musik. Sie hatten dieselbe Kaugummimarke gekaut, die gleichen Hamburger vertilgt, den gleichen Bogart nachgeahmt, das gleiche Rattengift getrunken, den gleichen Rockstar geliebt, auf die gleiche Langeweile gespuckt, das gleiche Stachelarmband zur Schau gestellt. Sie waren Kameraden. Zum Schluss waren sie auch durch dieselbe Geschwindigkeit vereint. Der Vater hatte seinem Freund ein Motorrad geschenkt, und sie fuhren immer mit zweihundert pro Stunde nach Nirgendwo, mit den Weichteilen dicht am gleichen Sitz, und niemand unterschied zwischen dem Schwindel und dem Wunsch, der Liebe am eigenen Körper oder an der Maschine, bis diese beschloss, sie zu trennen. Eines Tages sprangen sie durch die Lüfte. Sein Freund fuhr direkt zur Hölle, und er rettete sich wie durch ein Wunder. Doch er war nicht gewillt, das zu dulden.
Warum hatte das Motorrad seinen besten Freund getötet und wurde nun zu einem Spottpreis verkauft? Er fühlte sich gedemütigt. Zudem hatte er auch kein Geld, um sie zu kaufen. Er verbrachte ganze Abende damit, sie in diesem Schaufenster zu betrachten, und eine Welle der Bewunderung durchströmte ihm das Gehirn. Sie war perfekt, wunderschön, japanisch. Solange dieses Motorrad still blieb, würde seine Seele tot sein. Er ging mit den Händen in den Hosentaschen durch die Straßen der Stadt und dachte nur an die Möglichkeit, seinem Freund eine Hommage darzubringen. Die Einsamkeit brachte ihn eines Morgens zum Platzen. Er nahm ein Taschenmesser und zeigte damit auf die Kehle eines Juweliers. Er verkaufte eine schwere Handvoll Gold und Smaragde an einen PERISTA Hehler, und eine Stunde später betrat er das Geschäft mit den nötigen Scheinen. Er kaufte das Motorrad. Er streichelte es wie eine Geliebte. Er brachte es auf zweihundert pro Stunde, und als er die gewünschte Schwelle erreichte, entdeckte er im Rückspiegel das Gesicht des toten Kameraden, der ihn anlächelte. Bald überkam ihn die Dunkelheit der Rache. Dieses Mal hatte das Motorrad nicht einmal sich gerettet.
 

 

Wenn mir jemand sagen kann, was ein perista ist, freu‘ ich mich. (: Ich erfuhr’s heute (19.4.) im Unterricht. Kann mit dem Begriff in dem Kontext leider auch nicht viel mehr anfangen. *schäm* Die anderen Übersetzungsfehler, die ich noch feststellte, ignoriere ich einfach mal.

Ich glaube, die profesora hat ein kleines Faible für leicht sexuell Anrüchiges. In Französisch und Englisch und dem Spanisch der Vorjahre ist so etwas auf jeden Fall nie aufgetaucht (unser Elftklasslehrer aus Madrid war aber auch extreeem verklemmt XD Diese prüden Spanier immer), und nu haben wir in der Kollegstufe auch schon ‚Como agua para chocolate‚ gelesen, das sich in der deutschen Variante in unserer Gemeindebücherei unter dem Thema ‚Erotik‘ wiederfindet… Ganz so erotisch fand ich es dann allerdings auch nicht. O.o Dann schon eher zum Thema ‚Kochen‘. ^^

Gestern (Tag 19) war übrigens relativ unspektakulär. Ich hab…

  • bis drei Uhr Nachmittags geschlafen
  • in ‚Axolotl Roadkill‘ gelesen
  • mich vor dem Besuch meiner Eltern versteckt
  • einen Scilla-Soundtrack zusammengestellt (Scilla ist einer meiner Rollenspielcharaktere im Hogwartsplay; Slytherin und herrlich klar wie Quellwasser. Allerdings ist sie derzeit wohl unlogischerweise verliebt in einen Schönling, und noch dazu steht der lesbische Teil des Schlosses auf sie XD) und
  • ein RPG-Posting für sie verfasst
  • mich mit meinem Freund per ICQ ‚gezofft‘ (so wirklich war’s das auch nicht, ich hab mich bloß etwas echauffiert wegen ständiger Missverständnisse und war plötzlich schlechter Stimmung)
  • mich über dasselbe Medium mal wieder mit Biologe Montalaar unterhalten, den ich über Maisverdruss kennen gelernt hab (das wäre auch mal einen Extraeintrag wert!)
  • querbeet Kram gegessen
  • und zu guter Letzt mit meinen Eltern im Fernsehen einen Film angeschaut. „Eine französische Hochzeit„, sehr empfehlenswert. Es geht in der Tragikomödie um eine französische Hochzeit (tatsächlich!), bei der ja mal sowas von der Wurm drin ist. Generell wird dauernd von den Gästen darüber geredet, wie bescheuert es doch eigentlich ist, zu heiraten, was den Brautleuten natürlich besonders positiv aufstößt… Allerdings auch kein Wunder bei den geschiedenen Brauteltern, von denen der Vater auch noch zugibt, zu heiraten, um mit den Frauen ins Bett zu steigen. Auch die miteinander verheirateten Trauzeugen trennen sich noch vor der kirchlichen Heirat, nachdem die Frau ihrem Gemahl eröffnet, dass sie ihn seit einigen Monaten betrügt. Die Qualitäten des Letztgenannten kommen noch besser zur Geltung, als er kurz vor dem Jawort feststellt: Hoppla, die Ringe sind weg! Schnurstracks wird ein später noch bedeutungsvoller Transvestit angerufen, der etliche Kilometer mit dem Taxi anreist, um die vergessenen Stücke zu bringen, und vorübergehend muss das Brautpaar dann halt mit den Eheringen der mittlerweile Ex-Trauzeugen Vorlieb nehmen, immerhin wollen die sich ja wieder scheiden lassen… Der Humor kommt bei alledem nicht zu kurz: In der einen Minute lacht man über jeden zweiten Satzfetzen (ich zumindest ^^“), in der nächsten allerdings erstarrt man angesichts des Dramas. Und das Ganze hat trotz der Verruchtheit der Gäste eine am Ende deutlich werdende Moral…

¡Hasta mañana!, en la vieja frescura.

 
 

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Der Tag der letzten Schulklausur.

[22]

Ein Drama in etwas mehr als vier Akten. Hintergrundmelodie: Amy Winehouse – Valerie (weil ich es gerade höre) Outkast – Hey ya (weil es der letzte Song war, den ich heute früh vor dem Betreten des Schulgeländes – Massenspeichermedien verboten! – hörte). Klingt, als wäre ich ziemlich mainstream, aber manchmal muss Popkultur einfach sein, und so will ich auch noch mindestens eine Jelinek-Schrift lesen. (Nachdem ich gestern ein bereicherndes, Interesse weckendes Referat über sie und ‚Ein Sportstück‘ hörte und der Wien-Plan auch diesen Tag überlebt hat.)

[Vorspann]

Gestern kam ich auf dem Heimweg nicht nur an der Packstation, sondern auch an der Apotheke vorbei. Ich wollte mich erkundigen, was es so für Mittelchen gegen Overkill in den letzten Tagen vor den Abiprüfungen gibt. Die gute Apothekerin wollte mir das erst mal abschwatzen, à la ‚Da braucht man doch keine Angst zu haben‘, und sie wird ja wissen, wovon sie spricht, auch, wenn ihr Abi wohl schon ein Weilchen her sein wird. Allerdings ist eine solche Panik ja nicht gerade mit Rationalität zu bekämpfen… Sie sah mal nach – nach etwas, das auch nicht müde macht, wäre ja eher suboptimal – und fand etwas Pflanzliches mit Namen VIVINOX DAY (Beruhigungsdragees). Ganz billig ist das nun auch nicht, gut 8 €. Deshalb werde ich mir das auch nochmal überlegen und eventuell auf die von ihr vorgeschlagene Alternative zurückgreifen: Tee mit entsprechenden Wirkstoffen trinken. Melisse soll beispielsweise passen, „Baldrian und Passionsblume schmecken nicht“.

[Akt 1]

Das Drama erreicht seinen Höhepunkt, der bereits im Titel anklingt, bereits ganz zu Anfang und verschießt so unmittelbar den Großteil des Pulvers, sodass der restliche Tag eher mit den Adjektiven ‚dröge‘ und ‚ermüdend‘ zu beschreiben ist. Aber wir wollen ja nicht zu viel vorwegnehmen. Ein Raum – 210 -, in dem an beinahe jedem Tisch ein Schüler sitzt (wobei die Maskulinität sich auf ein Individuum konzentriert; für Österreich muss ich mir angewöhnen, immer die weibliche und männliche Form zu nennen, scheint dort beliebt zu sein).

Mme K.: Ja, wo bleiben denn die anderen?

Schülerin: Vielleicht haben sie nicht auf den Vertretungsplan geschaut und wissen nicht, dass wir schon in der ersten Stunde in diesem Raum mit der Klausur anfangen. Stand das überhaupt gestern schon in der 2. Pause dran?

Andere Schülerin: Jaah…

Weitere Schülerin: Sie können ja eine Durchsage machen lassen.

Wieder andere Schülerin: Wenn das was bringt; immerhin könnten sie ja auch die erste Stunde frei haben. (lacht)

Übrige Schülerin (in ironischem Tonfall): Ich bin ja so gut vorbereitet…

Mme K. (im Sekretariat anrufend): K. hier, können Sie bitte eine Durchsage machen, mir fehlen noch Schüler… Die Klausur in meinem Französischgrundkurs findet jetzt in der 1. und 2. Stunde in Raum 210 statt. Das ist ganz wichtig, in Raum 210! – Ja? – Vielen Dank!

(Die entsprechende Durchsage erfolgt. Zwei Minuten später kommt eine Schülerin außer Atem hereingestürmt.)

Außer-Atem-Schülerin: Huh… Ich wusste nicht, dass wir jetzt schon schreiben… Zum Glück bin ich schon zur Ersten gekommen, ich hätte eigentlich frei gehabt! (Nimmt an einem leeren Platz Platz.)

Andere Schülerin: Und was machen wir mit den beiden aus der 12. Klasse, die müssen doch auch mitschreiben, oder?

Wiederum andere Schülerin: Ja, klar.

Mme K.: Also, wir fangen jetzt mal an, und wenn sie später noch kommen, können sie sich ja dazusetzen und etwas länger schreiben. (Teilt die Blätter aus.) Den Kopf kennt ihr ja… (Schreibt ihn dennoch nochmal an die Tafel. Es handelt sich hierbei um keinen handelsüblichen, sondern um einen Klausurkopf, der Informationen über Kurs, Datum, Name und ähnliches enthält und oben an einem Klausurenblatt angebracht wird.) Ich denke mal, bis zum Gong werdet ihr locker fertig werden!

Andere Schülerin (verfällt dem Tonfall nach bereits in leichte Panik): Sie meinen aber den Gong nach der zweiten Stunde, oder?!

Mme K.: Ja, ja, natürlich! Also, viel Erfolg.

Konzentriertes Lesen. Der wieder anderen Schülerin fällt auf, dass sich in dem Text ein >.<-Smiley findet, bedingt durch die im Französischen anders geformten Anführungs- und Schlusszeichen. Sie lächelt, wickelt ihre Beine in einen Schneidersitz und beginnt mit der Bearbeitung der Aufgaben. Nach dem Gong zum Ende der ersten Stunde.

Andere Schülerin keucht gestresst.

Von außerhalb des Klassenzimmers sind leise Stimmen zu vernehmen. Nach dem Gong zum Ende der zweiten Stunde klopft es an der Tür, die beiden fehlenden Zwölftklässlerinnen erscheinen.

K12-Schülerin (in gleichmütigem Ton): Oh, ihr schreibt schon? Ich wusste gar nicht, dass wir jetzt schon anfangen sollten.

Mme K.: Es stand auf jeden Fall am Vertretungsplan; habt ihr die ganze Zeit draußen gewartet? Warum seid ihr nicht reingekommen?

K12-Schülerin: Wir wollten nicht stören. (Lässt laut eine Kaugummiblase platzen.)

Mme K.: Aber nicht so schlimm. Dann schauen wir mal, wann ihr morgen zum Nachschreiben Zeit habt…

Hach, ich mag meine Frau K. … X3 Und die Klausur war okay.

[Akt 2]

Die Freistunde vergeht mit Freundinnengesprächen, Mathe ist furchtbar langweilig, doch die wieder andere Schülerin wird immerhin nicht abgefragt, ist dennoch einige Male irritiert, als ihr Vorname fällt, der von drei weiteren Schülerinnen im Raum getragen wird, von denen zwei mit abgefragt werden. Spanisch ist ebenfalls ermüdend, die wieder andere Schülerin kann nur schwer unterdrücken, in ihrem heruntergekommenen Schulrucksack nach Alice zu angeln. Immerhin ist das ihr LK, in dem sie bald Abi schreibt… Und da wäre dann noch Religion, in dem über das gleichnishafte Emmaus, sehen und erkennen, Saulus, Paulus, die Römer (die nicht die Römerbriefe schrieben) und die Authentizität der wie eine gespaltene Persönlichkeit erscheinenden Figur in diesem Kontext sowie Eschiatologie gesprochen wird, bevor es an die Herausgabe der Klausur geht. Guter Schnitt (10,1), für die wieder andere Schülerin immerhin 12 Punkte.

[Pause]

[Akt 3]

Nach der Pause folgt die Pause. Es wird sich zum Pausenverkauf beeilt, und weil man früher aus dem Klassenzimmer im zweiten Stock entlassen wurde, schafft es die wieder andere Schülerin auf den zweiten Platz. Nach ihr die Sintflut in Form von menschlichen Körpern, die sich über ihre etwas später dazugestoßene Freundin wälzen und ihr „sämtliche Körperteile in den Rücken rammen“. Die wieder andere Schülerin verzehrt ein Schnitzelbrötchen, dessen Inhalt sich entspannt aus dem Brötchenbett schiebt. Die Gespräche am Tisch beinhalten Einlaufmusik (welch hässlich konotiertes Wort!), Physik, die Anmarkermanie der Freundin und den Müllhaufen in der Mitte der Aula, mit dem auf den vielen herumliegenden Müll aufmerksam gemacht werden soll.

Eine neue Schülerin am Schauplatz: Wäre es nicht besser, den Müllberg da in der Mitte zu lassen, und jeder schmeißt seinen Kram einfach da hin? Das scheint ja besser zu klappen.

Man verabschiedet sich in eine zweite Stunde Mathe, in der die Hesse-Normalform betrachtet wird und sich die wieder andere Schülerin über die Vorstellung an ihren aus Hessen stammenden Freund (der, wie sich später herausstellen soll, die Hesse-Normalform gar nicht kennt X_x), der zeitweise Hessisch spricht („Ei, …!!!“), zumindest für fünf Minuten gut amüsiert. Nun geht es an eine weitere Naturwissenschaft. Die Unterrichtsstunde Chemie enthält bereits eine Anspielung auf das darauf folgende Sport, da es mit dem Verbrennen von Kunststoffen an die kommende Verbrennung der Sportschuhe vorauserinnert. Ansonsten ist die Unterrichtsbeteiligung der wieder anderen Schülerin relativ rege; sie spekuliert auf eine Mitarbeitsnote oberhalb der 11 Punkte, um auf 12 im Halbjahr zu kommen.

[Akt 4]

In ‚Gymnastik und Tanz‘ darf man sich erst einmal mit etlichen Runden und verschiedenen Krafttrainingsmethoden verausgaben. Hierzu werden die Requisiten ‚kleiner Medizinball‘ und ‚Langbank‘ benötigt. Die sportliche Unfähigkeit, Kraft- sowie Konditionslosigkeit der wieder anderen Schülerin wird glorreich unter Beweis gestellt. Sit-ups auf dem harten Hallenboden sind aber auch gemein. Der Sporttest ergibt für diese Schülerin 6 Punkte, und weitere 0 Punkte kommen hinzu, als sie sich mit ihren Gruppengefährten dazu entschließt, den nur partiell bestehenden, miserabel geübten und generell absolut albernen (selbst zusammengestellten!) ‚Tanz‘ der Öffentlichkeit aka der Sportlehrerin zu enthalten. Besonders der einzige Kerl in der Gruppe drängt darauf… und dem Rest ist’s egal, auch wenn eine der Mitgliederinnen das Halbjahr einbringen muss. Im Laufe des sich ergebenden Gesprächs mit der Lehrerin, die das Nichtvortanzen glücklicherweise nicht als Beleidigung auffasst, erfahren die Anwesenden, dass Frau T. zunächst Medizin studierte, dies bald abbrach, da das erste Semester lediglich aus Auswendiglernen bestand, und sich nun über diesen Schritt ärgert, weil sie mehr wissen will. Dies macht sie für die wieder andere Schülerin sehr sympathisch. Besonders, als Frau T. auch die Enttäuschung über die 0 Punkte der wieder anderen Schülerin kundtut, da sie sie für einen ‚Balletttyp‘ hält. X3

Der Rest der Vorstellung wurde aufgrund von übermäßiger Handlungslosigkeit gestrichen.

Mein Sinn für Vollständigkeit wird mich davon abhalten, kurze Einträge zu verfassen. Außer, ich schaffe es nicht, die für viele sicher langweiligen Geschehnisse in meiner Weise aufzubauschen. (:

ARGH! Welchen Einlaufsong soll ich nehmen?!

Und – verdammt, ich bin grade so nicht mehr pünktlich. XD Aber ich hab meine letzte Schulklausur geschrieben – jieäah!

 
Ein Kommentar

Verfasst von - 16. April 2010 in Blog, Musik

 

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