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Bücher, die man gelesen haben muss – Mai

27 Jun

Bücher die man gelesen haben mussJa, ich bin spät dran. Ja, ich hatte viel um die Ohren. Aber jetzt kommt endlich „Die Liebe in den Zeiten der Cholera“ von Gabriel García Márquez dran! Ein Geburtstagsgeschenk von ’nem lieben Freund und dem wohl zuverlässigsten, den ich in Wien habe. *s*

Gleich zu Anfang – ich halte diesen Roman für einen, bezüglich den sich die Geschmäcker kontrovers unterscheiden können. Dies mag an mittelamerikanischen Schauplätzen und Mentalitäten liegen und am offenen Schreibstil des Autors. Aus diesem Grund wäre es vielleicht ratsam, reinzuschmökern, bevor man sich dieses Werks annimmt. Oder man hat Glück – wie ich – und es gefällt einem ohnehin.

Doch kommen wir zum Inhalt. Zeitlich gesehen spielt El amor en los tiempos del cólera, wie’s im spanischen Original heißt, Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts, und zwar in Kolumbien. In jungen Jahren verliebt sich der kleine romantische Lyriker Florentino in die bildhübsche, stolze Fermina, ohne viel mit ihr kommuniziert zu haben. Kein Wunder, zumal ihr reicher Vater gegen das niederständische uneheliche Kind viel einzuwenden hätte, mal abgesehen von Florentinos Schüchternheit. Er spammt sie geradezu mit langen Liebesbriefen voll, beschwärmt sie aus der Ferne und versucht, kurze Treffen zu arrangieren – solange, bis ihr Vater tatsächlich Wind davon bekommt und mit Fermina auf Reisen geht, um ihr die närrische Verknalltheit auszutreiben. Aber damit hat die Geschichte natürlich noch kein Ende, besonders nicht für Florentino, der den Schwarm aus Kindertagen als große Liebe im Herzen behält, während er auf seine Gelegenheit wartet – und dabei promiskuitiv die Weiblichkeit der Stadt kennen lernt.

Entsprechend geht es bisweilen auch intim und derb zu – ganz, wie ich es aus einem anderen Roman der lateinamerikanischen Epoche des „magischen Realismus“ kenne, den wir im Spanisch-LK gelesen haben (Como agua para chocolate/ Bittersüße Schokolade von Laura Esquivel, der in Mexiko spielt; besonders schön: die Sprache nicht perfekt beherrschen und sich wundern, ob man den Inhalt richtig versteht, weil sich Tränen plötzlich in psychoaktive Stoffe  verwandeln oder Menschen explodieren ô.o). Skurrile Ereiginisse werden unter das Alltagsgeschehen gehoben wie Schlagsahne, und hinter scheinbarer Leichtlebigkeit versteckt sich eine unheilbare Schwermut. Die Charaktere sind mir nicht übermäßig sympathisch und hatten eben ihre Ecken und Kanten, die sie aspekteweise unverständlich, schrullig und doch wieder liebenswert machen.

Themen (an die ich mich noch erinnere, immerhin hab ich das Buch vor gut einem Monat gelesen): Gesellschaftsschichten, Ehe, Sexualität, Alter, Schifffahrt, Medizin, Einbildung, Sturheit, Karibik.

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Verfasst von - 27. Juni 2013 in Kultur, Lesen, Wien

 

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