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Ich hab mich umgesehen, wir sind die jüngsten hier

16 Mrz

– Kurzeindrücke zu ‚Der Vorname‘ und sonstigem

Wenn ich an Mittwochabend zurückdenke, war das ein Lichtblick inmitten von unichaosverdüsterten Stunden. Ich war mit einem Freund im Theater. Manchmal frage ich mich, ob ich nicht doch etwas Kulturwissenschaftliches hätte studieren sollen… aber auch dann würde ich den organisatorischen Highlights des Studentenlebens nicht entkommen, und die machen das Studium madiger als wenig spannende Pflichtveranstaltungen.

An der Abendkasse des Stadttheaters Walfischgasse war nichts los, und wir konnten uns bequem Studenten-Restkarten für 9 Euro holen. (Für Prozentzahlenliebhaber: Die Tickets verlauteten, dass dies bei den gewählten Sitzplätzen einen Rabatt von ganzen 70,97% bedeutete.) Und während sich die älteren Herrschaften, die nach uns eintrudelten, bereits ins Foyer begaben, entschwanden wir noch auf ein Dîner beim Subways gegenüber der Staatsoper. Nach einem einstündigen Bericht über den frisch entdeckten Gregor-Zaubertrank einer Stunde durfte es dann losgehen.

Der Film (mit Sänger Patrick Bruel) war mir bereits bekannt, und schon allein durch seine vornehmlich in einem Wohnzimmer stattfindende Handlung war naheliegend, dass es ursprünglich ein Theaterstück war. Den Bühnenhintergrund in Wien stellte eine große Bücherwand mit Leiter dar, in der mir als erstes ein Band mit der Aufschrift DEGAS auffiel, während meine Begleitung ein Gesicht bemerkte, das aus den Mustern auf den Bücherrücken gebildet wurde und bereits den Streit um den Vornamen andeutet. Denn es geht um einen Abend unter Freunden und Geschwistern – zwei Paare und ein einzelner Herr -, an dem eine anstehende Geburt sowie die Namensgebung des Kindes Thema wird. Davon ausgehend treten immer mehr Differenzen und Geheimnisse zwischen den Anwesenden hervor, und das Drama nimmt mit fortschreitender Stunde seinen Lauf.

Ich finde es herrlich. Unter anderem, weil es französisch ist und die Charaktere eine raffinierte Mischung darstellen. Wir haben als Gastgeber einen linksliberalen Pariser Literaturprofessor und seine überforderte Ehefrau/ Mutter seiner Kinder. Hinzu kommt deren Bruder, der erfolgreicher Geschäftsmann ist und liiert mit einer schicken Modedesignerin, all das gekrönt vom zurückhaltenden, professionell posaunespielenden Jugendfreund. Vom Aufbau her ist es auch nicht unähnlich zum ‚Gott des Gemetzels‘, den ich bisher nur als Film (mit Christoph Waltz, Kate Winslet, Jodie Foster und John C. Reilly – also schon mindestens sechs Oscars vereint) kannte, der allerdings auch im Stadttheater wiederaufgeführt wird, was ich mir nicht entgehen lassen sollte. Skurrilerweise dürfte ich dann den Schauspieler des alternativen Literaturprofessors (Vorname) in der Rolle des erfolgreichen Geschäftsmannes (Gott des Gemetzels) sehen. :] (Oliver Baier übrigens.)

Und sonst so:

Dieses Semester werde ich als Wahlfach ein philosophisch-theologisch-biologisches Seminar zum Thema Neurobiologie und Willensfreiheit besuchen sowie an einer höhlengrabungskundlichen Exkursion in die Steiermark teilnehmen. Derzeit arbeite ich an einer Präsentation – freie Themenwahl, und so entschied ich mich für ‚Alfons Mucha und der Jugendstil‘, oder was auch immer ich daraus noch mache. Und ich muss unbedingt noch nach Prag (vielleicht mit meiner Patin), allein wegen Mucha- und Kafka-Museen…

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Verfasst von - 16. März 2013 in Alltag, Biologie, Kultur, Studium, Wien

 

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