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Frühling, Teil 1

30 Mrz

Erster Vorgeschmack aus meiner Fanfiction.

Zu Beginn dieses Frühlings war ich – wie fast jede Schülerin auf Hogwarts – verliebt in Sirius Black. Man munkelte, sogar die eine oder andere Lehrerin hätte ein Auge auf ihn geworfen, würde dies aber mit Strenge überspielen, im Hinblick auf sein Verhalten während des Unterrichts und die mangelnde Disziplin bei den Hausaufgaben. Das machte mir nichts aus; ich schrieb zwar gute Noten, war aber zu paukfaul, um mein Potential auszuschöpfen. Ähnlich sah ich dies bei Sirius, der zwei Stufen über mir war, aber dennoch bekannt wie ein bunter Hund. Ich hielt ihn wegen dieses Phlegmas für hochintelligent. Das mag nicht ganz der Wahrheit entsprochen haben, aber bekanntermaßen gehören Idealisierungen zum Schwärmen dazu.

Ich liebte es, ihn während des Unterrichts zu beobachten. Nicht, dass ich die Stunden langweilig gefunden hätte – ich war und bin sehr neugierig, auch wenn mir Fleiß und Ehrgeiz für langwieriges Lernen fehlten –, aber ich verfiel eben jedes Mal aufs Neue dem Charisma und der verwegenen Schönheit dieses Gryffindors und suchte mir vor Stundenbeginn einen weit hinten liegenden Platz, damit die Wahrscheinlichkeit hoch war, dass ich ihn von seiner entzückenden Rückseite sehen konnte, wie er mit waghalsigem Schwung (aber immer gut genug geschätzt, um nicht hintenüber zu fallen) mit seinem Stuhl kippelte oder seine Schreibfeder zwischen den schmalen Fingern spielerisch hin- und herrollte. Natürlich hatten wir Fünftklässler keine gemeinsamen Unterrichtseinheiten mit der Abschlussklasse, in der Sirius zu dieser Zeit war, doch ich besuchte ein paar seiner Stunden freiwillig, wenn ich gerade nirgendwo sonst anwesend sein musste und mich unauffällig dazwischenschmuggeln konnte. Dabei kam mir ein Freund aus meinem Haus zugute, der ebenfalls in der Siebten war, mich stets über zusammengelegten Unterricht auf dem Laufenden halten konnte und mir einen Platz neben sich freihielt, wenn er wusste, dass ich kommen würde und bloß etwas zu spät aufgestanden war.

Quentin war wohl sogar so etwas wie mein bester Freund, auch wenn wir das nie festgelegt oder darüber diskutiert haben. Mit ihm verstand ich mich besser als mit meinen Stufenkameraden, trotz seiner etwas brummigen Art. Wir alberten beim Quidditchtraining miteinander herum, bis Albert, unser einigermaßen strenger Kapitän, »Etwas mehr Konzentration da hinten, Snyder, Hopkirk!« forderte. Bei Spielen mimte Quentin oft genug meinen persönlichen Bodyguard und hielt mir die Klatscher vom Leib, damit ich Tore werfen konnte. Wenn sich die unfreundlichen Strebertussen über meine verworrene Frisur, meine vielleicht nicht immer so gut zusammenpassenden Klamotten oder sonstige Oberflächlichkeiten lustig machten, schenkte er mir verhaltene Komplimente, Kleinigkeiten, mit denen er sofort meine Laune bessern konnte. Und obwohl wir stoffmäßig wegen des Altersunterschieds nicht dasselbe lernten (wenn wir uns mal dazu aufraffen konnten), saßen wir dabei oft nebeneinander und diskutierten über die eine oder andere Tatsache oder These, was ohnehin interessanter war als das Auswendiglernen. Diesen Gesprächen hatte ich unbestreitbar die eine oder andere bessere Note zu verdanken, genauso wie den im Siebtklassunterricht verbrachten Stunden.

Worüber Quentin sich natürlich lustig machte, war meine Passion für den Mädchenschwarm, den er nicht sonderlich mochte. Zur Mittagspause begrüßte er mich gern mit einem Spruch wie »Du hast verpasst, wie sich Black anmutig wie ein junger Halbgott mit der rechten Hand durch sein volles, schwarzes Haar gefahren ist« (während ich über Quentins Schulter und zwei Haustische hinweg beobachtete, wie sich Sirius anmutig wie ein junger Halbgott mit der rechten Hand durch sein volles, schwarzes Haar fuhr). Solche Worte wischte ich jedoch mit einem raschen Kopfschütteln aus dem Zentrum der Aufmerksamkeit. Ich war zwar ehrlich, musste ihm aber nicht jeden entrückten Gedankengang ausbreiten, der ihn ohnehin nicht interessierte, ja, sogar etwas eifersüchtig zu machen schien und ihm nur noch mehr Details lieferte, mit denen er mich als ein wenig lächerlich darstellen konnte.

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Ein Kommentar

Verfasst von - 30. März 2012 in Kreatives, Lesen

 

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Eine Antwort zu “Frühling, Teil 1

  1. Wanda

    31. März 2012 at 10:36

    Oh! Ich will mehr davon! ;) Und bei der Stelle:
    „»Du hast verpasst, wie sich Black anmutig wie ein junger Halbgott mit der rechten Hand durch sein volles, schwarzes Haar gefahren ist« (während ich über Quentins Schulter und zwei Haustische hinweg beobachtete, wie sich Sirius anmutig wie ein junger Halbgott mit der rechten Hand durch sein volles, schwarzes Haar fuhr).“
    musste ich gerade sehr, sehr lachen. ^^

     

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