RSS

Zeit für französische Krimis

02 Mai

– Maigret et les vieillards/ Maigret und die alten Leute, Georges Simenon, 1960.

Der Kommissar Maigret ist mir bereits aus der ca. neunten Klasse bekannt. Im etwa dritten Lernjahr jedenfalls wollten wir einen der Krimis (Maigret et la vieille dame) durchnehmen, was allerdings an unseren damals noch ziemlich lückenhaften Vokabelkenntnissen scheiterte, so erinnere ich mich zumindest. Es macht eben keinen Spaß, einen Roman zu lesen, wenn man mit den Augen zwischen dem eigentlichen Text und der von der Lehrerin ausgedruckten Vokabelliste hin- und herhuschen muss.

Die Französischkenntnisse der meisten meiner Mitschüler haben sich seitdem kaum verbessert, und das kann man sogar ohne Arroganz behaupten, wenn man bedenkt, dass sich die meisten vermutlich seit drei Jahren, als sie die Möglichkeit zum Abwählen dieser Sprache ergriffen, nicht mehr damit auseinandergesetzt haben. Und auch ich habe zumindest seit einem Jahr (so lang ist’s schon wieder her, dass ich Abi gemacht habe… jedenfalls war ich letztes Jahr zu dieser Zeit mehr oder weniger am Lernen für die ersten schriftlichen Prüfungen, die Allererste Französisch-GK) außer der einen oder anderen Unterhaltung mit meinem Ex-Spanisch(!)-Lehrer nicht mehr viel in dieser Sprache kommuniziert.

von amazon.fr

Dem hat meine beste Schulfreundin zu meinem letzten Geburtstag entgegengewirkt mit zwei französischen Krimis, Maigret et les vieillards und eine Folge Arsène Lupin (von dem ich in einer écoute-Ausgabe gelesen habe). Mit ersterem bin ich nun innerhalb einer handvoll Tage durchgekommen, und das mit einem erstaunlichen Verständnis. Klar gab es auf jeder Seite Formulierungen, Adjektive oder Gegenstände, deren Bedeutung mir nicht bekannt war, aber in vielen Fällen erschloss sich diese aus dem Kontext oder anderen Fremdsprachen, und selbst wenn nicht, war das nie essentiell. Und darauf bin ich schon ein bisschen stolz – oder, sagen wir, darüber bin ich froh. (: Immerhin ist das ja nur bedingt ’ne Eigenleistung. Manch einer geht’s da ja leider nicht so…

Demnächst mache ich mich wahrscheinlich an den anderen Krimi, und außerdem hab ich mir letztes Jahr beim Mini-Paris-Trip einen Briefroman gekauft, den ich noch nicht mal begann… Doch zuvor noch ein paar Worte zum Inhalt: Der Kommissar hat es diesmal mit dem Todesfall eines adeligen alten Herrn zu tun, dem aber offenbar niemand aus seinem Umfeld etwas Böses wollte, was für Maigret natürlich alles andere als hilfreich ist. Doch da ist auch noch die mysteriöse Beziehung zur Prinzessin von V… Noch dazu fühlt er sich relativ unwohl in der ungewohnten Gesellschaft von Fünfzig- bis Achtzigjährigen. Sogar der Neffe des Toten ist schon in diese Altersspanne einzuordnen!

War jedenfalls recht flüssig zu lesen, nur allzu viel Spannung ist innerhalb der acht (überraschend gleich langen) Kapitel nicht aufgekommen. Wenn ich viel Motivation aufbringe, werde ich sogar noch die Wörter nachschlagen, die ich nicht wusste, um meinen Wortschatz zu erweitern.

Advertisements
 
4 Kommentare

Verfasst von - 2. Mai 2011 in Andere Blogs, Kaufen, Kultur, Lesen, Printmedien

 

Schlagwörter: , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

4 Antworten zu “Zeit für französische Krimis

  1. Anna-Lisa

    3. Mai 2011 at 21:31

    Hm, wenn ich die Matura durch habe (und somit auch meine Pflichtlektüren für die mündliche Französisch-Klausur) dann setz ich mich vielleicht daran. Ja, ich werde es einfach mal meiner „Merk-ich-mir“-Liste hinzufügen. :D

     
  2. Paulette

    6. Mai 2011 at 22:47

    Maigret habe ich selber noch nie gelesen, bei uns ist dafür die TV Serie mit Bruno Kremer so bekannt, dass es ein bisschen den Ruhm der Bücher aussterben lässt…werde ich aber irgendwann anfangen, es muss sich doch lohnen.

    Was lesen auf Fr. angeht, es ist klar, dass es hilft und gleichzeitig anstrengend sein soll, sich diesen Vokabeln zu merken und dann zu lernen.

    Ich bin damals auf einer zweisprachige Version von einem Roman von Böhl geraten, ich glaub das war der Trick das bei mir Deutsch nach der Abi gerettet hat. Deutscher Text und fr. Version auf der rechten Seite, einfach das, und ich hab die Geschichte dazu noch sehr gemocht… Drei, vielleicht vier Bücher sind danach so gelesen worden, ich habe also das Vokabeln nicht wirklich suchen sollen, habe es nur bemerkt und mit Stabilo gemarkt. Und nach einer Weile habe ich einfach irgendein Buch auf Deutsch ohne Wörterbuch lesen können…das beste Gefühl, wenn man Deutsch in der Uni doch nicht weiterstudiert, ich bin dankbar dass dieses Buch irgendwie zu mir gekommen ist.

    Es müssen hier auch welche Ausgabe geben, die sowas anbieten…ich kann es nur empfehlen;)

     
  3. Pik

    7. Mai 2011 at 01:41

    Oh ja, diese Bücher sind wirklich super! Habe ich auch erst vor knapp einem Jahr in einer Uni-Buchhandlung entdeckt, ich glaube, von Reclam. Ich denke auch, dass das mit die beste Methode ist, weil man, wie du schon sagtest, nicht erst nach einer Vokabel suchen muss (ob Wörterbuch oder Internet), bis man den Text richtig verstehen kann, sondern gleich die Hilfe daneben hat. Vielleicht ist es verführerisch, dann einfach in der eigenen Sprache zu lesen, aber dann kann muss man sich ja nicht die Mühe machen und ein zweisprachiges Buch kaufen.

    Was ich dabei interessant finde, ist, dass Sprachen unterschiedlich lange Sätze/ Worte brauchen, um dasselbe auszudrücken. Man muss sicher beim Layout darauf achten, dass der Inhalt immer gleich ist und man für die entsprechende französische Stelle nicht zwei Seiten weiter blättern muss… Ich bin mir nicht sicher, aber es ist öfter so, dass man im Französischen mehr Platz/ Zeit braucht, um dasselbe auszusagen. Vielleicht reden Franzosen deswegen so schnell, um das wieder zu kompensieren? (:

     
  4. Paulette

    7. Mai 2011 at 10:03

    Ich vermute mal man kann es nicht mit allen Büchern machen. Oder man muss den Text in der originalen Sprachen tatsächlich verkürtzern.

    Ich glaub vor allem, Deutsch ist eine sehr präzise, pragmatische Sprache. Es nicht immer einfach, ein Wort kurz auf Fr. zu übersetzen. Es gibt sogar Wörte, die gar keinen Equivalent haben (meine aktuelle Marotte: „Wohnungseinrichtung“. Unübersetzbar. Dafür brauche ich einen kompletten Satz, es kann aber auch sein dass ich langsam meine Muttersprache etwas vergesse…ahem).

    Ich bin der Meinung dass Sprachen die Denkenweise von Menschen einprägen/ begrenzen, es wird dann schwierig, das Gefühl der Sprache auf einer anderen Sprache mitzuübersetzen. Deutsch ist sehr fachlich, sehr präzis, zielorientiert. Ich glaube, Französisch hat andere „Ziele“ oder Qualitäten, man konzentriert sich da eher auf den Ansprechspartner als auf den Inhalt der Diskussion. Umm, es ist ein bisschen schwierig es jetzt mit Klarheit zu erzählen, was ich meine…ich schreibe mal irgendwann einen Beitrag über Sprachidentität bei mir, es gibt viel zu sagen ;)

    Ah, und zur Verteidigung: wir reden sehr schnell weil wir sooooooooooo viel zu erzählen haben!^^

     

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

 
%d Bloggern gefällt das: